„Eine „demenzfreundliche Gemeinde“ ist eine Gemeinde, in der es sich mit und für Menschen mit Demenz und ihre Familien gut leben lässt. Durch Aufklärungsarbeit, gezielte Aktionen und Veranstaltungen, Austausch zwischen den Generationen und Professionen, nachbarschaftliche Hilfe und bürgerschaftliches Engagement wird es gelingen, solche demenzfreundlichen Gemeinden zu schaffen.

Es geht darum, zu eigenen kreativen und passgenauen Ideen anzuregen und zu verdeutlichen, dass Gemeinden, die sich der Herausforderung Demenz stellen, an einer lebenswerteren Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger arbeiten.“

(Aktion Demenz, Vorarlberg)

 

„Demenzfreundliche Gemeinde“

 

Auf Grund der veränderten Lebenserwartungen,- wir werden alle älter-, ist auch die demografische Entwicklung (Veränderung der Altersstruktur in der Bevölkerung) steigend. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wird es mehr ältere Menschen (über 65 jährige) als jüngere Menschen (unter 16 Jahre) bis spätestens 2050 geben.

Mit dem zunehmenden Alter steigt auch das Risiko, krank zu werden. Die Probleme, welche ältere Menschen zu bewältigen haben (soz. Isolation, Gefühl der Nutzlosigkeit, Ziellosigkeit, körperliche Gebrechen etc.) nehmen mit dem Alter zu. Je nachdem welche Strategien sie für sich entwickeln, können sie gesund alt werden oder Krankheiten entwickeln (Altersdepression, Angst- und Schlafstörungen, dementielle Erkrankungen etc.).

Demenz ist eine Erkrankung, die viele Jahre andauert und die begleitende und betreuende Angehörige immer wieder mit neuen Situationen, Herausforderungen und Fragestellungen über die Erkrankung konfrontiert.

Die dementiell erkrankten Menschen sowie die Angehörigen zu unterstützen und in das soziale Leben der Gemeinde einzubeziehen ist mir ein großes Anliegen. Weiters gilt es, auch die Öffentlichkeit hinsichtlich dieses Themas zu sensibilisieren und aufzurufen im Sinne des bürgerschaftlichen bzw. nachbarschaftlichen Engagements mitzutun.

Auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit weiß ich, dass gerade im ländlichen Bereich diese Erkrankung noch immer sehr tabuisiert ist und mit vielen Ängsten, sowohl beim Betroffenen als auch bei der Familie, einher geht. Hier gilt es Strukturen, Entlastungsangebote und Unterstützungsmaßnahmen zu schaffen.

Deswegen habe ich nach möglichen Projekten für Gemeinden im Sinne von „ demenzfreundlich“ recherchiert und bin in Vorarlberg, mit der „Aktion Demenz“ fündig geworden.

„Im Mittelpunkt der Aktion Demenz steht die Vision, dass in Vorarlberg Menschen mit Demenz am öffentlichen und sozialen Leben teilhaben.

,,Wir wollen mit der Aktion Demenz einen Beitrag zur würdigen Umsorgung und Integration von Menschen mit einer demenziell bedingten Veränderung und zur Unterstützung von deren Angehörigen in Vorarlberg leisten. Als zentrale Aufgabe sehen wir die Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Demenz. Durch Öffentlichkeitsarbeit wird das Bewusstsein für die Thematik gestärkt und ein aufgeklärtes Bild von Demenz vermittelt“.

 

Weitere Informationen finden Sie:  


 

Es beginnt, wenn es beginnt…

Bei mir begann es somit im April 2016, als ich der Gemeinde Moosburg mein Konzept bzw. Projekt vorstellte.

 

Modellgemeinde Moosburg

 

Mit Frau Vizebürgermeisterin Kogler hatte ich sogleich einen guten Austausch und somit meine erste Modellgemeinde gefunden.

Als erster Schritt wurde eine Beratungsstelle für Demenz eingerichtet. Hier können die BürgerInnen von Moosburg einmal im Monat kostenlos und unter Verschwiegenheit Beratungen in Anspruch nehmen.

Ziel dieses Projektes ist die Integration von demenzerkrankten Menschen in der Gemeinde, damit sie gut leben und am sozialen Leben teilhaben können. Weiters die Unterstützung und Entlastung von betreuenden Angehörigen als auch das Engagement der Gemeinde Moosburg in Verbindung mit Vereinen, Institutionen, Schulen und Ehrenamt.

Es gibt bereits eine Arbeitsgruppe, welche aus vielen verschiedenen Professionen besteht und mit dem Thema Demenz im Alltag zu tun hat. Momentan wird gerade an der Erstellung eines Maßnahmenkataloges für 2017 sowie an der Planung der Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2017 gearbeitet. Hierbei ist der Fokus auf die Betreuung und Begleitung dementiell erkrankter Menschen, Angebote für pflegende Angehörige und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung gerichtet.

 

 

Die Kooperation mit Mitwelten


Ich konnte die FH Kärnten, Standort Feldkirchen bzw, das Institute for Applied Research on Ageing (IARA) als Kooperationspartner für dieses Projekt gewinnen.
Unsere Ansprechspartnerin ist Frau Dr. Gabriele Hagendorfer-Jauk.

Zur Erklärung:
Die FH Kärnten hat das disziplinübergreifende Forschungszentrum Institute for Applied Research on Ageing (IARA) gegründet. Befunde und Lösungen aus sozialen, wirtschaftlichen und technischen Fachdisziplinen werden zusammengefasst. Das Institute for Applied Research on Ageing (IARA) ist ein Forschungszentrum mit der Zielsetzung, die Herausforderungen und Potentiale einer älter werdenden Gesellschaft durch praxisnahe Forschung zu unterstützen. Aufgabe des Zentrums ist es, die Forschungen zum Altern an der FH Kärnten zu bündeln, zu vernetzen und daraus hervorgehend neue, innovative Projekte zu beantragen.

 

Vorarlberger Team „Aktion Demenz“

 

Besonders freue ich mich auf den Besuch des Vorarlberger Teams, Frau Daniela Egger und Herr Mag. Martin Hebenstreit im Februar 2017. Sie werden mit uns gemeinsam einen Nachmittag im Sinne der Vernetzung und des Austausches arbeiten.

   

Aktion Demenz Vorarlberg

Daniela Egger und Herr Mag. Martin Hebenstreit 

Veranstaltung: „Demenzfreundliche Modellgemeinden in Kärnten“  24.02.2016, FH Kärnten, Standort Feldkirchen

 

 

 

Allgemeine Information:

 

Wir haben  das Projekt beim Fonds Gesundes Österreich in Wien eingereicht um auch finanzielle Unterstützung erhalten zu können. Mittlerweile haben wir die positive Zusage des Fonds erhalten. Die Kärntner Landesregierung prüft gerade Ihrerseits die Handlungs- und Wirkungsziele des Projektes und wir freuen uns auf eine Antwort.

 

Geplanter Start der Umsetzung ist Dezember 2017.