„Gedicht vom Glück alt werden zu dürfen“

 

Wenn mit fortgeschrittenen Jahren die Zukunft immer unwichtiger wird,
drängt etwas Verborgenes und Wertvolles an die Oberfläche.
Es sind die Erinnerungen an vergangene Zeiten. Der Schatz des Alters.
Dieser Schatz ist die Brücke zwischen den Generationen,
und wer sie begeht, wird reich belohnt.
Der Dialog beginnt, Einsamkeit und Unverständnis weichen,
und machen auf spielerische Weise
den Weg frei für gegenseitige Akzeptanz und Liebe.


 

 

„Jeder will älter werden aber nicht alt sein“…

Auf Grund unserer heutigen Lebensumstände und in der Zeit, in der wir leben, wird es uns ermöglicht, alt werden zu können.

Wir bekommen im Alter Zeit geschenkt und es liegt an uns, diese Zeit gut zu nutzen. Es ist jedoch nicht für jeden so einfach bei guter Gesundheit und hoher Zufriedenheit im Alter sein Leben zu gestalten, da mitunter das Alter auch eine Häufung an Problemen mit sich bringt.

Aber was heißt das „im Alter“?
Unten angeführt eine Begriffsdefinition,
welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2008 definiert hat:

50 – 60 Jahre: alternder Mensch
61 – 75 Jahre: älterer Mensch
76 – 90 Jahre: alter Mensch
91 – 100 Jahre:  sehr alter Mensch
Über 100 Jahre: langlebiger Mensch

Eine weitere Einteilung des Erwachsenenalters in folgende Altersbereiche lautet:

das frühe Erwachsenenalter: 20 bis 40 Jahre
das mittlere Erwachsenenalter: 40 bis 65 Jahre und
das spätere Erwachsenenalter: ab 65 Jahren

Die Statistiken zeigen dass für die ältere Gruppe die psychiatrische Konsultationsrate am höchsten und die Dauer der Krankenhausaufenthalte am längsten sind. Psychologische Beratung und Begleitung ist manchmal notwendig und hilfreich.
Psychosoziale Belastungssituationen können alte Menschen erheblich verwirren. Nicht weil sie alt sind, sondern weil die Häufung der Probleme im Alter eben zunimmt, wie z. B. durch

✔ Einsamkeit und soziale Isolation mit dem Gefühl nicht mehr erwünscht zu sein
✔ Langweile und Ziellosigkeit mit dem Gefühl, nutzlos zu sein
✔ Körperliche Gebrechlichkeit mit der Folge einer massiven Einschränkung der Lebensgestaltung
✔ Plötzliche Veränderungen der Lebensumstände ohne Gewöhnungszeit (Sturzgeschehen, dadurch ins Krankenhaus oder in ein Pflegeheim)
✔ Das unausweichliche Näherkommen des eigenen Todes

Dies sind alles mögliche Bedingungen für psychische Veränderungen des älteren Menschen. Dadurch ausgelöste Störungen im Verhalten drücken sich im Bereich des Gefühlsleben durch eine Depression und Angst aus. Die Suizidrate der Menschen über 65 Jahren ist nahezu doppelt so hoch wie bei jüngeren Erwachsenen.

Auf Grund dessen ist es für den alten Menschen wichtig, die äußeren Belastungen und die damit entstehenden inneren Konfliktsituationen zu verarbeiten. Ein zufriedenes Altern soll ermöglicht werden.

Altern ein lebenslanger und dynamischer Prozess. In unseren dynamischen Prozess des Lebens gibt es keinen Stillstand sondern Bewegung und Veränderung. Altern heißt Entwicklung. Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens unterschiedliche Situationen und damit verbundene Konflikte bewältigen. Auch der Mensch im Alter steht vor Entwicklungsaufgaben, wie z. B. Ausscheiden aus dem Berufsleben und in den Ruhestand gehen, Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Verlust des Partners und die Vorbereitung auf das Sterben und den Tod.

Wir müssen lernen anzunehmen, mitzugestalten und Eigenverantwortung zu übernehmen. Wir brauchen uns nicht davor zu fürchten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang sich auf die Kräfte des Alterns zu besinnen und die Bedingungen für ein erfolgreiches Altern. Fähigkeiten wandeln sich bzw. nehmen ab und andere kommen hinzu. Dies gilt für alle Menschen, jedoch bei jedem auf seine individuelle Art. Ein differenzielles Altern findet statt.

Die Einzigartigkeit eines jeden alten Menschen kommt hier zum Vorschein und auch das Glück, alt werden zu dürfen.